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DER ANFANG Das erste offizielle Monkey-Cross-Rennen fand 1974 in <Diegelsberg> im Landkreis Göppingen statt. Das „Affen-Querfeldein“ erfreute sich rasch steigender Beliebtheit. Als erste Vereine beteiligten sich der MCC Göppingen und der HMV-Hepsisau (beide ab 1975) sowie der RKV Kirchheim/Teck und der MC Neubronn (beide ab 1978) an dieser neuen Fun-Sportart.
1978 wurde als Dach- organisation der Deutsche Monkey Club (DMC) gegründet. Seit dieser Zeit werden die Rennen unter dem Prädikat der Deutschen Monkey-Cross Meisterschaft veranstaltet
Erste Austragungsorte waren die von Landwirten angemietenen Wiesen beim „Deutschen Haus“ (bei Gruibingen) sowie auf dem bereits genannten Diegelsberg. Bald kamen weitere Strecken und Vereine in Baden-Württemberg und Bayern hinzu. Anfang der 80er Jahre schloß man sich dem Deutschen Motorsportverband (DMV) an.
DIE ERSTEN RENNEN
Anfänglich wurde ausschließlich mit Honda-Monkey-Motoren gefahren. In mehreren Klassen kämpften die Teilnehmer um Podestplätze und Pokale. Die jüngsten (8 bis 12) fuhren mit Original Monkeys mit 50ccm, ältere mit leistungsoptimierten Prototypen mit 50ccm bzw. 75ccm Hubraum. Bei Letztgenannten war lediglich das Monkeytriebwerk sowie die Fahrzeug- und Reifengröße mit 10 Zoll vorgegeben. Darüber hinaus gab es noch eine Gespannklasse mit 90ccm-Motoren. Die eingesetzten Prototypen und Gespanne waren weitestgehend Eigenbauten. Die Tuningmöglichkeiten kannten fast keine Grenzen. 15 PS und über 14000 Umdrehungen waren keine Seltenheit; Handkupplung, 5 Ganggetriebe und lange Federwege eh Standard.
Bei den Veranstaltungen kamen die Zuschauer gleich doppelt auf ihre Kosten. Zum einen bot man tollen Rennsport und zum anderen verloste man bei vielen Rennen jeweils eine nagelneue Honda-Monkey.
Mit 7 Rennen im Jahr, über 100 Teilnehmern in 5 Klassen und bis zu 1500 Zuschauern pro Veranstaltung hatte das Monkey-Cross Anfang der 80er Jahre zunächst seinen Höhepunkt.
RÜCKSCHLÄGE UND ERHOLUNG Mitte der 80er Jahre mussten gleich zwei Rückschläge hingenommen werden. Einerseits war ein deutlicher Teilnehmerschwund zu verzeichnen; Grund war die Anfälligkeit der extrem getunten Motoren und die damit zusammenhängende finanzielle Belastung. Andererseits wurden aufgrund der verschärften Naturschutzgesetze die Rennen an ihren bisherigen Austragungsorten nicht mehr genehmigt. Auf beides wurde reagiert, so dass bis dato der Monkey-Cross-Sport seine Fans hat. Man beschloss, nur noch „nicht getunte“ Motoren einzusetzen. Folge war die Zulassung weiterer Honda-Motoren. Heute wird sowohl mit dem 50ccm-Monkey als auch mit 125ccm- bzw. bis zu 184ccm-starken Monkeymotoren sowie mit 100ccm bzw. 200ccm HONDA-4Taktern gefahren. Die Monkeymotoren werden heutzutage in zahlreichen Pitbikes angeboten, welche im MonkeyCross ihr ideales Einsatzgebiet haben. Durch diesen Pitbikeboom hat das MonkeyCross seit etwa 2005 wieder einen deutlich stärkeren Zulauf bekommen Ausgetragen werden die Rennen inzwischen auf Moto-Cross Strecken.
MONKEY-CROSS ALS KARRIERESPRUNGBRETT Schon einige Monkey-Crosser haben den Sprung hin zu einer erfolgreichen Moto-Cross-Karriere geschafft. Allen voran sind der Gespannfahrer Martin GÖLZ und sein Beifahrer Ulli ROMMEL aus Kirchheim/Teck zu nennen. Beide begannen in jungen Jahren mit Monkey-Cross; sie errangen sowohl in den Soloklassen wie auch in der Gespannklasse mehrere Deutsche-Meister-Titel. Nach dem Wechsel zum Moto-Cross gelang ihnen 1991 gemeinsam ein 4. Platz in der Seitenwagen-WM. Mit einem anderen Beifahrer wurde M. GÖLZ 1993 und 1996 noch zweimal Vizeweltmeister. Aber auch Größen wie der international erfolgreiche SuperMoto-Spezialist Jürgen Künzel und der MotoCross- und Endurofahrer Günter Welk aus Kirchheim haben ihre Karriere beim Monkey-Cross begonnen.
DIE MONKEY-STORY Trotz zahlreich veröffentlichter Stories über die HONDA-Monkey wollen wir hier kurz die Entwicklung des Minimotorrads darstellen, dem wir unsere Sportart verdanken.
Die erste Monkey (Modellbezeichnung: Z50-M) kam 1967 auf den Markt; mit winzigen 5-Zoll Rädern, Starrrahmen und 50ccm-4Takt-Motor. Technische Kennzeichen waren der liegende Zylinder, die obenliegende Nockenwelle und die Fliehkraftkupplung. Während das Grundkonzept des Motors bis heute nahezu unverändert gebaut wird, gab es am Fahrzeug zahlreiche Modellveränderungen.
Ab 1969 wurde sie mit den heute noch aktuellen 8-Zoll Rädern ausgestattet. 1974 bekam die Monkey ein neues Gesicht (Z50J1) und vor allem einen gefederten Rahmen. 1977 kam die Z50J2 auf den Markt; Kennzeichen war der bis heute produzierte, tropfenförmige Tank. Parallel kam die Z50G (Gorilla), eine Ausführung mit großem 9 Litertank. Ab 1980 wurde die Z50R, ohne Straßenzulassung und speziell für den Monkey-Cross-Sport, angeboten. In den 90er Jahren stellte HONDA-Deutschland den Monkey-Import vorübergehend ein. Als Nachfolger gab es die ZB50. Sie hatte 10-Zoll Räder und ein Monofederbein.
Doch inzwischen gibt es die Monkey wieder und das gleich mehrfach. Neben HONDA, die immer wieder Sondereditionen auflegen, gibt es andere Hersteller, die Replikas (Lizenznachbauten) auf den Markt bringen. Alle gängigen Monkeys mit Straßenzulassung orientieren sich an der Z50J2 Serie. Ausnahme ist lediglich der Nachbau der ZB50, die PBR50.
Zum Crossen brachte HONDA 2001 eine neue Art von Monkey heraus, die XR50R. Eine Monkey mit 10Zoll-Speichenrädern und ganz im Moto-Cross-Look. Ab 2004 wird die XR50R, ebenfalls ohne Straßenzulassung und eingereiht in die CRF-Modellpalette, als CRF50 angeboten. Die leistungsstärkeren Pitbikes kommen inzwischen überwiegend aus China.
Motorentechnisch verlief die Entwicklung zweigleisig. Während sich beim Original-50er-Motor bis heute, abgesehen von der Zündung (12Volt-CDI) und der Nockenwelle (kugelgelagert) kaum etwas änderte, gab es bezüglich Tuningmöglichkeiten zu keiner Zeit wirkliche Grenzen. Die erste Basis zum Tunen stellten Teile des nahezu baugleichen HONDA SS50-Motors (mit Handkupplung, offenem Zylinderkopf und scharfer Nockenwelle) dar. Auch der baugleich in der HONDA DAX angebotene Motor wurde werksseitig mit 70ccm ausgestattet. Darüber hinaus waren 90ccm-Zylinder und Fünfganggetriebe schon bald zu erhalten. Heute produzieren die Japaner die HONDA NICE, in der ein dem Monkey-Grundkonzept entsprechender Motor mit 108ccm und zurückverlegter Handkupplung zum Einsatz kommt. Aufgrund zahlreicher Replikas und unzähliger Tuningfirmen kann man inzwischen nur noch mit umfangreicher Fachliteratur den Überblick über die angebotene Monkey-Technik behalten. Gelegentlich begegnet man einem in Serie gefertigten Monkey-Motor mit Dreiventilkopf oder Elektrostarter. Auch die Straßenzulassung für 90ccm- und 110ccm-Monkeys ist heute keine Ausnahme mehr. Einzelanfertigungen erreichen schon einmal 160ccm oder können mit einem Turbolader bzw. mit Doppelzündkerze aufwarten.
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